Programm 2. Halbjahr 2026
EXKURSIONEN
Viertagefahrt Südliches Thüringen – In die Residenzen sächsischer Kleinstaaten und den Thüringer Wald
Gotha, Oberhof / Saalfeld, Oberweißbach / Suhl, Arnstadt, Rudolstadt / Schmalkalden, Meiningen, Eußenhausen
Donnerstag – Sonntag 27.–30. August 2026
In den Residenzen der Kleinstaaten zeigen Schlösser und Städte die kulturelle Pracht Thüringens auch jenseits von Wartburg, Erfurt oder Weimar. Museen, Kirchen und Theater bieten herausragende Schätze. Arnstadt hat die meisten originalen Schauplätze der Bach-Familie und die Barockzeit in einer Puppenausstellung zu bieten, in Rudolstadt lernte Schiller Goethe kennen, in Gotha gab es ein erstes festes Theater-Ensemble und lebte Lucas Cranach, das einst teilweise hessische Schmalkalden präsentiert den protestantischen Bund, Meiningen feiert seinen Theaterherzog und die Dampflok-Epoche. Der Suhler Bergbau machte die Stadt schon im Mittelalter zur Waffenschmiede, von der auch der Biathlon- Sport im Sportzentrum Oberhof profitiert. In Saalfeld erfahren wir bei einem geführten Gang einiges über den Abbau von Alaunschiefer und kommen in die farbenprächtige Feengrotte. Die Höhen und Tiefen des Thüringer Waldes erleben wir bei der Fahrt mit der Thüringer Bergbahn (nur im Mai).
Führung: Lothar Kreuzer, Achim Meisinger, Reinhard Schartl
Abfahrt: 7:00 Uhr Friedberg, Parkplatz hinter der Stadthalle, 7:15 Uhr Bad Nauheim, Haltestellen Söderweg und Frankfurter Straße
Unterkunft: Hotel Goldener Hirsch Suhl-Neundorf, Tel.: 03681-79590
510 € p.P. für Fahrt, Übernachtung mit HP, Eintritte und Führungen.
Der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung ist dringend zu empfehlen, da bei kurzfristiger Stornierung der Teilnehmer Kosten für diese entstehen.
Diese Fahrt ist ausgebucht. Es existiert eine Nachrückerliste.
Zentren am Rande der Städte: Vom NAL zu Ernst Leitz
26. September 2026: Tagesfahrt nach Mittelhessen in die Metropolen Gießen und Wetzlar
Wir besuchen den Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen an seinem ehemaligen Standort in Bahnhofsnähe. Es ist ein bedeutender Ort deutscher Nachkriegsgeschichte, an dem in seiner 80jährigen Geschichte unterschiedliche Gruppen von Flüchtlingen und Migranten ankamen und Erstkontakt zur Bundesrepublik hatten. Die Einrichtung musste wiederholt schwierige Situationen und großen Ansturm bewältigen.
Nach kurzem Rundgang durch das Stadtzentrum geht es nach der Mittagspause nach Wetzlar in den Ernst-Leitz-Park. In der Leica Welt erhalten wir einen Einblick in die Geschichte und die Produktpalette des berühmten Markenherstellers optischer Geräte. Zum Abschluss kehren wir ins Café Leitz ein.
Führung: Lothar Kreuzer und Reinhard Schartl
Abfahrt: 9 Uhr Friedberg, Parkplatz hinter der Stadthalle, kurz darauf Bad Nauheim, Haltestellen Söderweg und Frankfurter Straße
Anmeldung und Zahlung von 45 €, Nichtmitglieder 50 €, bis zum 1. September 2026. Die Anmeldung gilt erst nach Eingang der Zahlung.
VORTRÄGE
Die Windmühle an den Gradierbauten der Langen Wand in Bad Nauheim
Donnerstag, 15. Oktober 2026, 20 Uhr
Bibliothekszentrum Klosterbau, Augustinergasse 8
Dr. Thomas Schwab (Bad Nauheim)
Die Saline Nauheim gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Salinen in Europa. Besonders beeindruckend war die zweckmäßige Einrichtung und die „kostbare Maschinerie“. Zur technischen Einrichtung der Saline gehörten die 3.500 Meter langen Gradierbauten, zwei Wasserräder und zwei Windmühlen sowie zahlreiche Siedehäuser. Die Windmühlen wurden bei einem Orkan im Jahr 1824 weitgehend zerstört. Eine Reparatur wurde wegen zu hoher Kosten abgelehnt. Die Windmühlen fielen in einen Dornröschenschlaf.
Erst im Jahr 2013 wurde mit der Gründung eines „Fördervereins Wind- und Wasserkunst“ die Rekonstruktion einer der beiden Windmühlen wieder ernsthaft in Angriff genommen. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Thomas Schwab, berichtet in seinem Power-Point-Vortrag über die Geschichte der Saline Nauheim und über den schwierigen Weg, die Windmühle an den Gradierbauten der Langen Wand funktionsfähig wiederherstellen zu lassen.
Züchtiger, Henker, Nachrichter - Die Frankfurter Scharfrichter in reichsstädtischer Zeit
Donnerstag, 19. November 2026, 20 Uhr
Bibliothekszentrum Klosterbau, Augustinergasse 8
Dr. Michael Matthäus (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt)
Innerhalb der Kriminaljustiz wurden die Scharfrichter für den Vollzug von Todes- und Leibesstrafen sowie für die Folter zur Wahrheitsfindung im Rahmen von Verhören benötigt, doch galt dieser Berufsstand – ebenso wie Prostituierte und fahrendes Volk – als unehrlich. Der Vortrag stellt die vielfältigen Aufgaben der Frankfurter Scharfrichter vor, angefangen von den Hinrichtungen auf dem Galgenfeld bis hin zur Abdeckerei, der Abtrittreinigung und dem Hundeschlagen. Aufgrund ihrer unehrlichen Geburt blieb den Söhnen von Scharfrichtern keine andere Wahl, als dem Vater im Beruf nachzufolgen, so dass regelrechte „Scharfrichterdynastien“ entstanden. Nur wenigen gelang es, vom Kaiser zu einer ehrlichen Person erklärt zu werden und einen anderen Beruf zu ergreifen.
Reinhard Schartl und Lutz Schneider geben im Anschluss einen Einblick in das Friedberger Scharfrichterwesen.
Die Reformation der Kirchen in Hessen. 500 Jahre „Homberger Synode“
Donnerstag, 3. Dezember 2026, 20 Uhr
Prof. Dr. Volkmar Ortmann (Justus-Liebig-Universität Gießen)
Vom 21.-23. Oktober 1526 kamen in Homberg (Efze) Ratsherren und Theologen auf Einladung Landgraf Philipps zusammen, um über die Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Hessen zu entscheiden. Im Ergebnis wurden damit die Weichen für die Einführung der Reformation gestellt. Bereits Ende desselben Jahres lag eine neue Kirchenordnung vor, die das kirchliche Leben in der Gestalt von Gottesdiensten, Feiertagen und Kirchenleitung grundlegend umstrukturierte. Auch im Bereich Bildung und Soziales wurden wichtige Akzente gesetzt, etwa durch die Errichtung von Schulen sowie durch das Vorhaben, in Marburg eine Universität zu errichten und weniger wohlhabende Studenten durch Stipendien zu fördern. Die „Homberger Synode“ und die „Homberger Kirchenordnung“ prägten den weiteren Verlauf der Reformation in Hessen entscheidend. Zudem werden in ihnen Entwicklungslinien erkennbar, die weit über Hessen hinausreichen. Der Vortrag geht einigen dieser Linien nach, die den europäischen Kontext eines lokalen Jubiläums veranschaulichen.
Im Anschluss an den Vortrag findet die Ehrung langjähriger Mitglieder statt.
Als Kooperationspartner weisen wir auf den Vortrag von Michael Keller in der Reihe „Burggespräche“ des Burggymnasiums hin. Er findet am 3. November um 18 Uhr in der Aula des Burggymnasiums statt. Arbeitstitel: Das Kriegsende 1945 in Friedberg.